Was ist ein Passivhaus?

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Häufig gestellte Fragen

Elemente eines Passivhauses – Lüftung und Heizung

Zentrale Installation
Für die Reduzierung des Energieverbrauchs ist es von entscheidender Bedeutung, dass in der Planungsphase bereits auf eine zentrale Installation geachtet wird. Wie dies erreicht wird, soll am Entwurf des isorast-Passivhauses gezeigt werden (siehe Grundrisse unten):

Erdgeschoss

Obergeschoss

Die Nassräume sind zusammenzufassen.

Es ist ein zentraler Installationsschacht eingebaut. Dieser sollte beim Einfamilien-Passivhaus bereits innen 100 x 50 cm groß sein. Zwei Lüftungssteigleitungen mit Schalldämpfern beanspruchen bereits 80 x 40 cm.

Die Minimierung der Lüftungsrohre führt zu Lüftermotoren mit geringem Stromverbrauch.

Sind die Brauchwasser-Entnahmestellen nicht weiter als 3 m von der Brauchwasser-Erzeugung entfernt, kann u.U. auf die Zirkulationspumpe verzichtet werden. Beim isorast-Passivhaus ist nur noch im Bad eine Zirkulationspumpe montiert, die auch nur auf Anforderung läuft.


Lüftung im Passivhaus
An der Wärmestrombilanz ist ersichtlich, dass der Lüftungswärmeverlust bei einem Passivhaus im Vergleich zu einem Niedrigenergiehaus drastisch reduziert ist: Unter bestimmten Voraussetzungen kann der Lüftungswärmeverlust im Vergleich zu einem Gebäude mit Fensterlüftung um bis zu 80% reduziert werden.

Lüftungsanlage im isorast-Passivhaus (Längsschnitt)

Wie dies erreicht wird, soll an einem Gebäudeschnitt des isorast-Passivhauses gezeigt werden:

Es wird eine Lüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung eingebaut.

Die Frischluft wird durch einen „Wärmetauscher” (1) geführt: Der Wärmetauscher überträgt die Wärme der Fortluft an die Frischluft.

Bei einem Passivhaus muss dieser Wärmetauscher einen Wirkungsgrad von 80% haben: Außenluft von +/-0° C wird im Wärmetauscher mit der Wärme der Fortluft (20° C) auf +16° C aufgeheizt.

Dies genügt für ein Passivhaus noch nicht: Die Frischluft wird zuerst durch Rohre zugeführt (2) , die 2–3 m tief im Erdreich liegen. So wird die Frischluft selbst bei Außentemperaturen von –10°C bereits auf +6°C vorgewärmt. Neben der Erhöhung des Gesamt-Wirkungsgrades auf rd. 90% hat dies einen entscheidenden weiteren Vorteil: Das Wärmetauschergerät kann nicht vereisen und muss dann auch nicht mit zusätzlicher Energie enteist werden.

Im Gegensatz zu den nordischen Ländern gehören in Deutschland Lüftungsanlagen mit Wärmerückgewinnung noch nicht zum Standard. Nachfolgend sollen Argumente und Gegenargumente dargestellt werden:

Energieverbrauch: Gelegentlich wird angeführt, dass der Energieverbrauch der Lüftermotoren ja fast so groß sei wie die Energieersparnis. Bei einem passivhaustauglichen Wärmetauscher mit Lüftern liegt das Verhältnis 1:10: Das heißt, dass der Wärmetauscher 10 mal mehr Energie spart als er verbraucht. Ein derartiges Gerät hat kleine, in hochwertigen Computern übliche Gleichstrom-Lüfter mit einer Leistungsaufnahme von je ca. 30 Watt.

Gesunderhaltung: Wer einmal ein Passivhaus im Winter aufgesucht hat, ist überrascht über die ausgezeichnete Raumluftqualität. Der Mensch braucht zur Gesunderhaltung rd. 10 m2 Frischluft in der Stunde. Durch weitere Luftverunreinigung rechnet man insgesamt mit 30 m2/h/Person. Dieser Wert wird im Winter bei Fensterlüftung i.d.R. nicht erreicht. Antriebsschwäche und sogar Schwächung des Immunsystems sind als Folge möglich. Die positive Wirkung von „Sauerstoffkuren” ist in solchen Fällen hinreichend bekannt.

Allergien: Durch die Filterung der Frischluft bereits am Rohranfang lassen Allergiker die Lüftungsanlage sogar im Sommer in Betrieb. Sie sind im Haus beschwerdefrei.

Notwärme- und Brauchwassererzeugung im Passivhaus
Bei einer zu montierenden Heizleistung von nur noch 2 kW ist eine herkömmliche Heizungsanlage mit ihrem Verteilungssystem nicht mehr notwendig. Dies ist der entscheidende Vorteil beim Passivhaus, denn dies führt letztlich dazu, dass Passivhäuser nicht oder nur unwesentlich teurer werden: Die Mehrkosten der Dämmung, Fenster- und Lüftungstechnik werden i.d.R. kompensiert durch die Minderkosten bei der nicht notwendigen Heizungsanlage.

Wärmepumpe
Eine kleine Wärmepumpe mit 500 W Aufnahmeleistung genügt bei einem freistehenden Einfamilienhaus in der Regel: Sie entnimmt der Fortluft die Restwärme, erwärmt das Brauchwasser und gibt auch noch genügend Not-Heizwärme in den Zuluftstrom der Lüftungsanlage ab.

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